Größe: ca. 30 cm
Alter: * 04/2009
Verträglich mit
Rüden: Ja
Hündinnen: Ja
Katzen: noch nicht getestet
Bei uns seit: 05.11.2018
Aufenthaltsort: Pflegestelle in Stuttgart, Baden Württemberg

22.01.2019: Toby ist ein extrem süßer anhänglicher und verschmuster Hundemann. Er hat sich schnell an seine neuen Bezugspersonen gebunden und möchte am liebsten immer ganz dicht bei ihnen sein, vorzugsweise auf dem Schoß oder wenigstens zusammen auf der Couch 😉 Gassi gehen bei Regen und Schnee ist immer noch nicht seine Lieblingsbeschäftigung, aber er geht lieber mit uns raus als allein zuhause zu bleiben. Toby mag bei schlechtem Wetter ein bisschen faul sein, gehört aber trotz seiner neun Jahre noch lange nicht zum alten Eisen. Denn wenn er erst mal draußen ist geniest er das Schnüffeln und Rennen über Wiesen und durch Wälder sehr. Er ist dabei sehr aufmerksam und schaut, dass er beim „Rudel“ bleibt und auf Zuruf kommt er auch sofort freudig angerannt. Ok, wenn es gerade etwas GAAAANZ spannendes zu Schnüffeln gibt muss er manchmal noch kurz zu ende schnüffeln und kommt dann sofort 😉 Auto fahren findet Toby toll und auch in der Stadt, den öffentlichen Verkehrsmittel, Aufzügen etc. bleibt er entspannt. Andere Hunde findet er klasse und geht auch auf große Hunde selbstbewusst aber nicht aufdringlich zu, er kommt einfach mit jedem klar. Ein paar kleine „Baustellen“ gibt es natürlich noch, z.B. meldet Toby inzwischen wenn er im Treppenhaus etwas Ungewöhnliches hört und klaut auch mal was zu Essen vom Wohnzimmertisch wenn keiner hinschaut 😉 Außerdem frisst er alle möglichen Dinge, die auf dem Boden rumliegen (Papier, ein Strohstern oder auch benutzte Tempos mussten z.B. schon dran glauben…) Und er versucht auch mal seinen Platz auf dem Sofa gegenüber anderen zu verteidigen. Ganz selbstbewusster Hundemann knurrt er dann zur Warnung, gibt aber sofort klein bei wenn „Mensch“ ihm sagt, dass das nicht geht. Mit Kindern ist Toby zunächst einmal freundlich und vorsichtig, lässt sich aber von diesen nicht alles gefallen. Als unsere Tochter ihn in einem unbeaufsichtigten Moment zu grob festgehalten hat, hat er sie berechtigterweise in die Hand gezwickt. Hier sind die Erwachsenen gefragt um Situationen in denen sich Toby verteidigen muss von vorn herein zu vermeiden. Über größere schon etwas vernünftigere Kinder in der Familie würde Toby sich aber uneingeschränkt freuen, umso mehr Hände zum Streichen wären dann ja vorhanden 😉 Wir konnten ihn bisher noch nicht im Kontakt mit Katzen beobachten, aber denken, dass er sich bestimmt super in einen Katzenhaushalt einfügen würde, da er in der Wohnung ruhig und entspannt ist und keinerlei Jagdtrieb zeigt. Alleinbleiben findet Toby gar nicht gut und macht das lautstark deutlich. Wahrscheinlich hat er einfach noch Angst wieder verlassen zu werden. Nach einer Eingewöhnungszeit und mit behutsamem Training wird er das aber in seinem endgültigen Zuhause sicher lernen. Wenn er es sich aussuchen könnte, wäre ihm jedoch ein Zuhause in dem er nicht regelmäßig allein bleiben müsste am liebsten. Da er sich überall ruhig und vorbildlich benimmt kann er aber z.B. auch problemlos mit zur Arbeit genommen werden. Tobys Fell haart kaum (prima fürs gemeinsame Sofa- und am liebsten auch Bett- Kuscheln), ist aber dafür ein bisschen pflegeintensiv. Die Augenwinkel müssen täglich gereinigt werden und sobald das Fell nachgewachsen ist, muss es regelmäßig gebürstet werden, damit es nicht wieder verfilzt. Auch der regelmäßiger Besuch beim Hundefriseur gehört in Zukunft für Toby zum Pflegeprogramm oder seine zukünftigen Hundeeltern übernehmen das Scheren selbst. So jetzt fehlt Toby zu seinem großen Glück nur noch ein tolles endgültiges Zuhause in dem er seinen Hunderuhestand in vollen Zügen genießen kann 🙂

25.12.2018: Seit ein paar Tagen ist der kleine Toby in seiner Pflegefamilie in Stuttgart. Hier hat er sich bereits bestens integriert. Er versteht sich gut mit der größeren Ersthündin und auch mit dem Kleinkind der Familie geht Toby sehr vorsichtig um. Er geht ganz gut an der Leine und ist ein netter, kleiner Hundekumpel. Toby wartet nun darauf, bis seine Menschen endlich kommen und ihn besuchen möchten. Wir werden weiter berichten, wenn wir den kleinen Kerl besser kennengelernt haben.

05.11.2018: Man stelle sich vor: Jahrelang lebte Toby in seiner Familie, einem älteren Ehepaar, er wurde geliebt, gehegt, gepflegt. Er lag auf dem Sofa, er genoß gutes Futter, Ruhe, Streicheleinheiten. Er wurde gemeinsam mit seinen Besitzern alt. Und dann kommt plötzlich der Punkt, an dem seine Menschen ihn „überholten“ und nicht mehr adäquat für ihn sorgen konnten. Und was passierte dann? Sie mussten sich von ihm trennen, mit schwerem Herzen. Toby wird fehlen, seine Wärme, seine Zuneigung, seine Treue – es reißt natürlich ein Loch bei seinen Menschen, aber was nutzt das? Am Ende wurde er abgegeben und ist jetzt fremd, verunsichert, traurig. Er ist derzeit in einem Gehege untergebracht, wenn auch mit lieben Artgenossen, aber das kennt er nicht, das ist in seinem fortgeschrittenen Alter eher eine Zumutung als etwas wirklich Gutes.

Toby hätte verdient, seinen Lebensabend in einem gemütlichen weichen Körbchen zu verbringen. Gerne eventuell mit einem souveränen gut sozialisierten Ersthund, der sich ein wenig um ihn kümmert, ohne den älteren Herrn zu bedrängen. Ruhige Spaziergänge, nicht zu weit, aber doch noch mit genügend Schnupperrundkurs, um seine Sinne und seine Neugier wach zu halten. Leckeres Futter, Liebkosungen, eine sanfte Ansprache mit liebevoller Konsequenz, damit er weiß, was er darf und was nicht. Darauf könnte er sich sicherlich einstellen, auf ein anderes Leben, aber Hauptsache in einer Gemeinschaft mit Menschen. Das kennt er, das liebt er, das wäre nur fair. Wir könnten uns gut vorstellen, dass er nach einiger Zeit vielleicht auch aktiver wäre, als wir das im Moment nur vermuten könnten. Wenn er angekommen wäre, gehegt, gepflegt und geliebt würde. Toby ist älter, aber gehört sicherlich noch nicht zum alten Eisen und würde bestimmt, wenn er könnte und dürfte, auf Entdeckungstour gehen und die eine oder andere Runde durch Wald und Wiesen drehen wollen, mal schneller, mal langsamer, wie es seine Kondition erlauben würde. Mitleid ist nicht der richtige Grund, um sich für ihn zu entscheiden. Ihn aufzunehmen ist eine Herzensentscheidung mit dem Bewusstsein, dass ein bestimmt anfänglich etwas unsicherer Hundemann ankommt, der noch rüstig sein und Energien haben dürfte, aber der auch bestimmt schon das eine oder andere Wehwehchen mitbringen könnte.

Wenn Ihr Herz spontan höher schlägt und Sie diesem kleinen Hundeschatz ein Leben in Würde und Glück schenken möchten, dann müssen Sie nicht lange auf ihn warten. Toby ist bereits kastriert, geimpft und entwurmt.